Warum brauchen wir Women Empowerment?

Wir haben bei Karin von MentorMe und Aimie-Sarah Carstensen und Kira Siefert von FIELFALT nachgefragt. 

by Ariane Vera-Fluixá, March 2, 2017

​Wir brauchen Women Empowerment weil...

  • es noch immer keine Gleichberechtigung gibt (siehe unseren Gehaltsreport 2017).
  • Chancengleichheit noch immer vermisst wird.

FIELFALT stehen für Women Empowerment, weil sie etwas wagen. Sie verlassen ihre Komfortzone jeden Tag aufs Neue und wachsen über sich hinaus. Sie stehen für „Together we’re better“, tragen ihre Ideen offen nach draußen und bringen bewusst unterschiedliche Frauen zusammen, damit wertvolle Erfahrungen und Wissen untereinander ausgetauscht werden. Sie bestärken Frauen, indem sie ihnen deutlich machen und sie selbst erkennen lassen, dass jede Frau etwas Besonderes ist, egal wo sie herkommt, wie sie aussieht oder was sie macht. FIELFALT zeigt ihnen, was das Leben mit sich bringt und welche Möglichkeiten es gibt.

MentorMe stehen für Women Empowerment, weil sie Frauen und Männer von der Bedeutung von Women Empowerment überzeugen, weil sie durch MentorMe junge Frauen auf ihrem persönlichen Karriereweg fördern und fordern, weil sie ein starkes Netzwerk haben und, last but not least, weil sie an gemeinsamen Zielen und Projekten arbeiten. Sie bestärken Frauen, indem sie sie zu Allererst verstehen lassen, dass sie keine Verhaltens- und Denkweise annehmen müssen, die ihnen widerspricht. Man bestärkt Frauen, indem man ihnen klarmacht, dass sie bereits viel erreicht haben und dass sie wunderbar sind. Viele Frauen sind nämlich – oft zu Unrecht – ihre größten Kritiker. Und, wie alle Menschen, bestärkt man Frauen indem man Ihnen eine Vision und Ziele aufzeigt. Das, kombiniert mit dem Gefühl in einer Gemeinschaft Rückhalt zu bekommen und Verantwortung zu übernehmen, das bestärkt Frauen. 

Was bedeutet Women Empowerment für Euch? 

FIELFALT: …Chancengleichheit und Gleichberechtigung für Frauen!

MentorMe: …Frauen fördern und fordern, sich als Frauen gegenseitig unterstützen, sich aber auch pushen, damit das Unmögliche möglich wird und Ängste überwunden werden. Women Empowerment hat seinen Ursprung im Self-Empowerment. Indem wir Frauen beginnen, Dinge zu tun, vor denen wir uns scheuen, aber wissen, dass sie richtig und gut sind. Women Empowerment setzt sich mit den vielen Frauen und Männern fort, die erkannt haben, dass Gleichberechtigung in der Praxis noch nicht voll angekommen ist und das ändern wollen. Und, Women Empowerment findet sich in der Verantwortung von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wieder. Alle drei Akteure müssen die Weichen stellen, die Frauen ermöglichen, Karriere und Familie zu verbinden.

Warum brauchen wir Women Empowerment?

FIELFALT: Weil es (leider) noch keine Chancengleichheit gibt, zumindest nicht in der Berufswelt. Wir wollen Frauen sichtbar machen! Jede Frau ist einzigartig und soll sich dieser Einzigartigkeit innerhalb unserer Gesellschaft bewusst sein. Sie soll mutig und selbstbewusst sein. Sie soll ihr Leben selbst in die Hand nehmen und etwas wagen. Beruflich, aber auch privat.

MentorMe: Frauen haben innere und äußere Hürden und wir sind dazu verpflichtet, diese Hürden abzubauen. Denn nur eine chancengleiche und gleichberechtigte Gesellschaft kann auf die Potentiale ihrer Bürger setzen und so Innovation, Engagement und Fortschritt schaffen.

Was ist Eure persönliche Motivation? Warum setzt Ihr Euch für Women Empowerment ein?

FIELFALT: Frauen sollen groß denken, sich sichtbar machen und das Positive in Veränderungen sehen, indem sie etwas wagen.

MentorMe: Das ist die Erkenntnis, dass es hier noch viel zu tun gibt und dass wir von MentorMe mit unserem Mentoring-Programm genau hier viel erreichen können. Das tolle Feedback, das wir von unseren Mentees und Mentoren/innen in diesem Programmjahr bekommen, stärkt uns genauso, wie die vielen Bewerbungen von Studentinnen aus ganz Deutschland für unser kommendes Jahr. 

Was hat sich bisher getan? Und was wird sich tun?

FIELFALT: Bis heute ist nur jede 25. berufstätige Frau in einer Führungsposition und der Weg nach oben ist steinig. Um sich gegen den männlichen Wettbewerb durchzusetzen, braucht Frau von heute nicht nur ein starkes Rückgrat, sondern auch Unterstützung und den Rat von Frauen, die es geschafft haben. Sie braucht ein solides Netzwerk. Das übergreifende Ziel von Frauennetzwerken ist es, Chancengleichheit von Frauen zu fördern und das durch Mentoring, Vermittlung von Fachwissen und Networking. In den nächsten fünf Jahren soll sich genau das ändern. Frauen sollen sichtbarer werden und der Chancengleichheit einen großen Schritt näherkommen. 

MentorMe: In den letzten fünf Jahren ist viel passiert. Ich (Karin) selbst habe in unterschiedlichsten Ländern und in verschiedensten Positionen gearbeitet und viel erlebt. Ich habe letztes Jahr MentorMe gegründet und mit meinem fantastischen Team ein Programm aufgebaut, das Studentinnen sozial- und geisteswissenschaftlicher Studien individuelles Mentoring, online und offline Training sowie verschiedenste Networking Möglichkeiten bietet. Der Anlauf war so groß, dass wir bereits über 50 Studentinnen als Mentees mit berufserfahrenen und engagierten Mentoren/innen zusammenbringen konnten. In den nächsten Jahren wird noch viel mehr passieren. Das bedeutet: mit MentorMe wollen wir noch mehr Mentees mit Mentoren zusammenbringen, Kooperationen mit Unternehmen und Organisationen eingehen, unser Programm weiterentwickeln, globales Handeln vorantreiben und Digitalisierung in unser Geschäftsmodell integrieren... das alles wird für uns eine zentrale Rolle spielen, wenn es darum geht, einen Service anzubieten, der mit der Zeit geht und im besten Fall sogar Pionierarbeit in Women Empowerment betreibt.  Genau jetzt werden die Weichen gestellt. Es werden Visionen geschaffen, an Ideen und ihren Umsetzungen gearbeitet und Verbündete gewonnen. Es wird viel gearbeitet und die Hoffnung, dass alles eines Tages aufgeht, treibt uns voran. 

Was ist Eure Definition von Karriere?

FIELFALT: Karriere ist das zu machen, was du liebst und zu lieben, was du machst.

MentorMe: Karriere ist das zu tun, was einem Freude bereitet, worin man gut ist, woran man hart arbeiten und sich weiterentwickeln möchte – wenn damit ein eigens definierter persönlicher und/oder wirtschaftlicher Erfolg erzielt werden, nenne ich das eine erfolgreiche Karriere.

Was sind Eurer Meinung nach die besten Voraussetzungen für beruflichen Erfolg?

FIELFALT: Selbstvertrauen, Durchsetzungsvermögen, Authentizität

MentorMe: Der Wille, ein gutes Team, Überzeugungskraft, Ausdauer, positives Auftreten, Lern- und Innovationsbereitschaft, Kritikfähigkeit und, über allem stehend: die Leidenschaft.

Wer sind die Women Empowerment Hero(in)es?

FIELALT: Sheryl Sandberg.

MentorMe: viel zu viele, um hier anzufangen, eine Aufstellung zu machen. Auf alle Fälle sind Heroines jene Frauen, die andere unterstützen. Im ursprünglichsten Sinn ist jede Mutter, die ihr Kind liebt und ohne Bedingungen und Konditionen das Beste für ihr Kind will, eine Heroine. 

Was ist die Vision von Women Empowerment?

FIELFALT: Dass Frauen gemeinsam Chancengleichheit erreichen, indem sie sich gemeinsam dafür stark machen und einsetzen. Das „Zauberwort“ ist hier tatsächlich gemeinsam. Wir sehen es leider immer noch zu oft, dass Frauen untereinander eine Ellbogenkultur leben und sich so gegenseitig am Fortschritt der Chancengleichheit behindern. 

MentorMe: Die Vision ist, eine Welt für Frauen zu schaffen, in der sie auf  gleicher Augenhöhe und in allen Bereichen mit Männern arbeiten und gleichstark vertreten sind – während sie ihre Fraulichkeit leben dürfen und Mütter sein können. Ich möchte junge Frauen heranwachsen sehen, die unten anfangen und wissen, dass sie nach oben kommen können. Ich wünsche mir starke Frauen, die auch mal schwach sein dürfen ohne zu befürchten, dass sie ihr Gesicht verlieren. Ich sehe eine neue Generation von Frauen, die sich gegenseitig unterstützen und kein Konkurrenzdenken haben, denn sie kennen ihren eigenen Weg. Und, ich will Frauen treffen, die etwas wagen wollen, Dinge anpacken und selbstbewusst auftreten.

Über die Autorin:

Dieser Artikel wurde von Ariane Vera-Fluixá von Project Together geschrieben.