Hast Du gerade das Gefühl, dass Du zwischen zwei Welten stehst?

Wie bewahre ich meinen Fokus in Zeiten großer Veränderung? Fünf Tipps.

by Elisabeth Hahnke, August 12, 2016

Wenn Du mitten in einem Veränderungsprozess steckst, fühlt es sich manchmal so an, als würdest Du zwischen zwei Welten stehen: Etwas muss noch erledigt, sortiert oder losgelassen werden. Und das Neue erwartet von Dir bereits absolute Hingabe und Bereitschaft. Und Du? Du weißt nicht, wo hinten und vorne ist: Der rechte Fuß steckt noch in der alten Welt und der große Zeh, des linken Fußes berührt schon die leicht offene Tür der neuen Welt.  Wenn dieses Bild in etwa Deinem Leben im Moment entspricht, ist dieser Artikel für Dich. 

Du machst Dich gerade selbstständig oder wechselst in ein neues berufliches Abenteuer, übergibst Deinen alten Job, kappst Deine zu klein gewordene Identität und tauscht sie für eine absolut wunderschöne neue Version von Dir aus. Das ist Wandel. Das erfordert Mut, Vertrauen in sich selbst und das Leben und absolute Hingabe.  Das ist auch überfordernd, erschreckend und unangenehm. Wie kommst Du in diesen Zwischenphasen, in denen das Alte schon vergangen, aber das Neue noch nicht ganz fertig ist, zu Recht? Lass uns hinschauen und wirkungsvolle Strategien entwickeln.

Tipp 1: Normal, normal, normal!

Falls Du in Veränderungsprozessen das Gefühl hast, Dein Kopf könnte gleich explodieren, weil Du so viele Gedanken gleichzeitig jonglierst, dann ist das genau richtig und darf so sein. Ein typisches Merkmal von diesen Phasen ist nämlich, dass wenig am alten Platz bleibt. Du bist in Bewegung, etwas verändert sich in Dir und Dein Außen zieht mit. Du stehst vor anderen Herausforderungen, bildest neue Fähigkeiten aus und bist angehalten neues Wissen zu lernen. Wenn alles in Bewegung ist und sich noch keine Routinen etabliert haben, ist es normal und völlig okay, wenn Du Dich überfordert fühlst und schon gegen 7.30 morgens die Schweißperlen auf die Stirn treten. Beweg Dich mit. Sei Wasser. ☺ Vielleicht fragst Du Dich: „Warum mach ich das? Vorher war es viel einfacher! Wieso habe ich meinen sicheren Hafen verlassen, um jetzt im hohen Wellengang die Nerven zu verlieren?“ Na ganz einfach, weil Du zu neuen Ufern willst. Gib Dir Zeit anzukommen. 

Tipp 2: Erwartungen raus!

„Ich sollte schon viel weiter sein!“, „Hoffentlich kann ich von dem Neuen leben!“, „Es sollte sich viel besser anfühlen!“, „Ich sollte nicht so schnell sein!“, „Ich sollte schneller sein!“ Ergänze die Liste. Natürlicherweise hast Du in Veränderungsprozessen Erwartungen an Dich. Du bewegst Dich auf ein neues Ziel zu. Du hast Deine Absicht verändert, machst etwas neu und ungewohnt, suchst andere Ergebnisse, als die alten. Aber…so entsteht unnötiger Druck, selbstgemachter Stress. Schreibe einmal auf, was Du alles von Dir erwartest. Nutze die Formulierung: „Ich sollte…“ und „Ich muss…“ Wie spürt sich das an? Motivierend? Inspirierend? Faszinierend? Wenn nicht, dann verwandle alles „sollen“ und „müssen“ in Deine freie Wahl. Was willst Du? Und was gibt es dafür zu tun. Du kannst die Schritte nicht überspringen. Wenn Du weißt, was Du willst, dann weißt Du auch, wie Du dorthin kommst. Schritt für Schritt. Auf Deine Weise. Schrittweise.

Tipp 3: Danke, danke, danke!

Auch wenn Du Dein vergangenes Arbeitsverhältnis, wie einen alten Hut ablegen möchtest und es Dich quält noch die zähe Übergabe machen zu müssen, geh hin und bedanke Dich von Herzen. Schreib auf, für was Du alles dankbar bist. Was hast Du gelernt? Was hast Du erlebt und erfahren? Welche Freundschaften sind entstanden? Welches Wissen hast Du Dir erarbeitet? Was hast Du bekommen (z.B. Geld, Sicherheit, Mentoring, ein Büro…)? Lass die Liste so lange anwachsen, wie Du kannst. Wir bauen immer auf dem Vorausgegangen auf – was für eine Erleichterung! Nichts ist umsonst! Alles ist wichtig.

Tipp 4: Fokus!

Und jetzt richte Dich auf das Neue aus. Auf Deine Vision. DA willst Du hin! DAS ist Deine Wahl! Und all die Ängste die hochkommen? Die Du dann unter viel Arbeit ertrinkst? Die nimmst Du dankbar an und mit. Denn die dürfen angeschaut und gewandelt werden. „Trotzdem“, sagst Du zu Deinen Ängsten. „Trotzdem machen wir das!“, „denn…diese Vision, die ich da habe…für die lohnt es sich sogar zu scheitern.“ 

Tipp 5: Inspiration!

Schreibe einmal auf, welche Aufgaben Dich im Moment nerven und frustrieren. Zum Beispiel:

  1. Endlich meinem Chef sagen, dass ich mich jetzt selbstständig machen will und die Kündigung einreiche.
  2. Die Belege für die Buchhaltung aus meinen ersten Aufträgen sortieren.
  3. Vertrieb machen für meine Dienstleistungen.
  4. Mich im neuen Team einfinden und da meinen Platz finden.

So und jetzt legen wir eine ordentliche Schicht Inspiration darüber:

  1. Für mich einstehen und aufrichtig meinen Weg gehen.
  2. Das Fundament für meinen Wohlstand und meine finanzielle Freiheit legen!
  3. Menschen begeistern mit mir unendlich schöne Projekte zu machen!
  4. Mich öffnen, neugierig sein, ankommen, in Verbindung gehen.

Vielleicht möchtest Du das auch einmal für Dich ausprobieren. Schreib Dir auf, welche Aufgaben Dich im Moment besonders nerven und dann frage Dich, wozu Du sie tust und wozu sie Dir dienen. Halte es mit dem guten Christian Morgenstern: „Alles was wir mit Liebe betrachten, ist schön.“

Viel Freude beim Wandeln und Verändern. Be Water, my friend (Lee).

Über die Autorin 

Elisabeth Hahnke studierte Communication and Cultural Management an der Zeppelin Universität (Master of Arts) und gründete das renommierte Social Franchise ROCK YOUR LIFE! mit zwei Freunden. Für ihre Arbeit wurden sie und ihr Team mehrfach ausgezeichnet, z.B. mit dem MTV Voices Award. Elisabeth ist Responsible Leader der BMW Stiftung und setzt sich mit ihrer Arbeit für persönlichen und sozialen Wandel ein. Im Moment leitet sie das Potentialentwicklungsprogramm BILDUNGSROCKER und arbeitet darüber hinaus als Trainerin und Coach. Sie ist Expertin in den Bereichen Coaching, MBSR/Introvision und Potentialentwicklung.

Mehr unter www.elisabethhahnke.de